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Lesezeit: 9 Minuten

Der großer Vergleich: Fitbit Charge HR vs. Garmin Vivoactive 3

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Fitness-Tracker – jeder mehr oder weniger begeisterte Sportler hat heutzutage so ein Gerät. Egal ob als reiner Schrittzähler, als Ersatz für oder in Kombination mit einem Pulsgurt oder zum Tracking des Kalorienverbauchs (dazu später mehr). Da ich mich in die Kategorie Sportenthusiast schiebe, nenne ich auch schon seit mehr als 3  Jahren einen Fitness-Tracker mein eigen. Angefangen habe ich mit einem Charge HR von Fitbit*, welchem ich auch fast 3 Jahre treu war. Aktuell bin ich stolzer Besitzer einer Vivoactive 3 von Garmin. Beide Fitness-Tracker liegen in ziemlich unterschiedlichen Preiskategorien, was sicher für den ein oder anderen ein großes Kaufkriterium ist. Da ich beide Fitness-Tracker nun ausführlich testen bzw. tragen konnte, erfahrt ihr in diesen Blog-Beiträgen ob sich der Umstieg von einer Charge HR* auf die Vivoactive 3 für mich gelohnt hat. Beide Fitness-Tracker habe ich mich privat und aus eigener Tasche gekauft – ihr lest also hier keinen gesponserten Beitrag, sondern eine ehrliche und neutrale Meinung.

Erfahrungsbericht Fitbit Charge HR

Der Fitnesstracker Charge HR* ist nun schon seit 2014 auf dem Markt. Obwohl die Charge HR* nicht mehr hergestellt wird, sind im Internet noch einige Schnäppchen zu finden. Mit dem schlichten Gummi-Gehäuse besticht die Uhr durch ein eher sportliches Aussehen und ist deshalb wohl etwas weniger bürotauglich als andere Mitbewerber. Oben befindet sich ein OLED-Display, das neben der Uhrzeit auch diverse Tagesstatistiken anzeigen kann. Auch eine Nachrichtenfunktion ist verfügbar.

Auf der Rückseite hat der FitBit Charge HR* einen Pulssensor für die kontinuierliche Messung der Herzfrequenz des Trägers. Dadurch ermittelt der Tracker beispielsweise den Ruhepuls. Dies ist die Herzfrequenz, wenn der Körper weder körperlicher noch psychischer Belastung ausgesetzt ist. Vor allem zu Beginn der Sportlerkarriere ist bei regelmäßiger Belastung oft ein langsam sinkender Ruhepuls zu sehen. Des Weiteren wird der Puls natürlich auch während der Workouts aufgezeichnet und dient unter anderem der Berechnung der verbrauchten Kalorien.


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Die Fitbit Charge HR als Begleiter beim Joggen, Fitnesstraining oder Fahrradfahren – nur Schwimmen kann der Fitnesstracker nicht.

Eine sehr schöne Funktion der Charge HR* ist das Zählen der erklommenen Stockwerke. Dies führte bei mir unweigerlich zu einem Motivationsschub im Bezug auf Treppensteigen und wann ich mich entschieden konnte (Zeit oder Gepäck), nahm ich lieber die Treppen zu Fuß als den Aufzug oder Rolltreppen.

Neben den Schritten und der daraus berechneten zurückgelegten Strecke, sowie den erklommenen Stockwerken berechnet oder besser schätzt die Charge HR* auch den Kalorienverbrauch. Ich treibe 3-6 Mal pro Woche Sport, und zwar in total unterschiedlichen Richtungen. Primär treibe ich mindestens 3 Mal pro Woche Kraftsport, dazu kommen noch Joggingläufe, Radtouren oder auch Einheiten in der Boulder- oder Kletterhalle. Generell schien mir die Charge HR* die verbrauchten Kalorien teilweise zu überschätzen. Durch temporäres Kalorienzählen konnte ich meist gut einschätzen, wo mein tatsächlicher Verbrauch im Wochenschnitt lag (weder Gewicht zugenommen noch verloren) – die Fitbit Charge HR* schoss dort teilweise fast 400 Kcal über das Ziel hinaus. Aber darauf gehe ich im Folgenden noch detaillierten ein.

Tragekomfort der Charge HR

Nach der Markteinführung waren immer wieder Nutzerberichte zu lesen, die über Hautirritationen durch die Charge HR* klagten. In den 3 Jahren, in denen ich die Charge HR* wirklich 24 Stunden am Tag trug (außer zum Laden), stellte ich nie irgendwelche Hautprobleme fest. Ich habe aber auch keine übermäßig empfindliche Haut oder bekannte Allergien gegen diverse Kunststoffe.

Punktabzug beim Tragekomfort gibt es trotzdem. Durch das relativ steife Band der Fitbit Charge HR*, empfand ich die Einstellmöglichkeiten als etwas ungünstig. Außerdem stellte ich über den Nutzungszeitraum wiederholt ein Aufweiten des Armbandes fest. Am Anfang passte die 4. Öse immer ganz hervorragend. Nach etwa 3 Monaten saß die Charge HR* dort aber so locker, dass diese immer wieder über den Handgelenksknöchel rutschte und ich auf die 3. Öse stellen musste. Dort saß die Charge HR* aber anfangs relativ eng und so richtig zufrieden war ich damit nie.

Akkulaufzeit der Charge HR

Der Akkuverbauch der Charge HR* hängt natürlich stark von der Nutzung ab. Um genau zu sein, wie oft wird ein Workout aufgezeichnet (langes Betätigen der seitlichen Taste) und wie oft leuchtet das Display allgemein (z.B. beim Uhr ablesen). Wie ich oben bereits beschrieb, besaß ich im Laufe der Zeit drei Exemplare der Charge HR* uns bei allen hielt der Akku ähnlich lang. Im Regelfall reichte es bei mir, den Fitnesstracker aller 4 Tage zu laden. Am 4. Tag zeigte die App meist schon einen Warnhinweis aber auch damit kam ich mindestens noch 12 Stunden hin und konnte auch am 4. Tag stets noch ein Workout aufzeichnen. Innerhalb der 4 Tage wurden jeweils 2-3 Mal Kraftsport und Joggen aufgezeichnet. Vereinzelt kamen auch Radtouren oder eine Session beim Bouldern hinzu, diese wirkten sich aber nicht auf die Laufzeit aus. Jeden Tracker nutze ich etwa 10 Monate und innerhalb dieser Zeitspanne war keine Kapazitätsabnahme spürbar.

Laufen mit der Charge HR und die Schrittzählung

Um die Genauigkeit der Pulsmessung der Charge HR* zu testen, habe ich diese anfangs für die bei mir relevanten Sportarten mit einer Pulsuhr von Polar inkl. Brustgurt vergleichen. Besonders zuverlässig war die Pulsmessung der Charge HR* bei den „gehenden“ Sportarten. Qualitativ waren die Ergebnisse fast identisch und auch die maximale Differenz lag bei +/- 3 Schlägen/Minute.

Die berechneten Kalorien der Charge HR* beim Spazieren oder Joggen lagen aber teilweise unerklärlich hoch. Hier wurde ich bis zuletzt das Gefühl nicht los, dass die Charge HR* die verbrauchten Kalorien stets überschätzte. Meinem Wissen nach werden die verbrauchten Kalorien über die Dauer eines Workouts und die Herzfrequenz berechnet. Immer wieder beobachtete ich jedoch, dass die bloße Anzahl der Schritte einen enormen Einfluss auf die berechneten Kalorien hatte. Mehr Schritte = mehr Kalorien, auch bei gleicher Dauer und Intensität – und die Zählung der Schritte erfolgte teilweise schon sehr großzügig.

10.000 Schritte am Tag gab die Fitbit Charge HR* standardmäßig als Ziel vor.  Mit 4 km Arbeitsweg mit dem Rad (auch hier wurden Schritte gezählt), ein bisschen Hin und Her im Büro und abends zu Hause, zwischendurch 90 Minuten Krafttraining und vielleicht noch 1 km gehen  – schon waren locker 8.000 Schritte weg, mit 15-20 Minuten Joggen nach dem Workout waren auch die 10.000 kein Problem.


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Beim Joggen in der Natur oder beim Training auf dem Ergometer liefert die Charge HR genaue Ergebnisse und zählt zuverlässig Schritte und die verbrauchten Kalorien auf.

Charge HR beim Fahrradfahren

Die Aufzeichnung von Fahrradfahren oder dem Ergometer mit der Fitbit Charge HR* verlief bei mir immer recht problemlos. Auch hier testete ich die Pulsmessung der Charge HR* gegen einen Brustgurt uns stellte keine nennenswerten Abweichungen fest. Im Vergleich zu den Laufsportarten lieferte die Charge HR* auf dem Ergometer auch einen relativ plausiblen Kalorienverbrauch (Vergleich mit Berechnungstools im Internet). Beim Fahrradfahren in der Natur sah dies etwas anders aus. Meiner Meinung war hing dies auch wieder mit der Schrittzählung zusammen. Vor allem auf holprigen Strecken kamen bei 30 Minuten auf dem Rad auch mal 3.000+ Schritte zusammen. Dies führte bei manchen Radtouren zu auffällig hohen Kalorienverbräuchen. Auf meiner 60-minütigen Trainingsrunde variierte der berechnete Kalorienverbrauch teilweise um 300 Kcal.

Krafttraining mit der Charge HR

Für die Aufzeichnung von Fitness- oder Krafttraining sagt Fitbit selbst, dass die Aufzeichnung aufgrund der explosiven und dynamischen Bewegung möglicherweise etwas ungenau werden kann. Auch ungünstige Positionen wie ein abgeknicktes Handgelenk o.ä. beeinflussten die Pulsmessung negativ. Der Vergleich mit dem Polar Pulsgurt zeigte für das Krafttraining mit der Charge HR* zwar wie erwartet die größten Differenzen aber für mich waren diese mit +/- 5 Schlägen/Minute in einer sehr akzeptablen Größenordnung. Der berechnete Kalorienverbrauch meines ca. 90-minütigen Workouts lag fast immer in der gleichen Größenordnung. Bei größeren Abweichungen zum Regelfall kamen vermutlich wieder die Schritte ins Spiel. Normalerweise laufe ich zwischen meinen Sätzen immer etwas hin und her, wenn ich allerding das ganze Training nur die mindestens notwendigen Wege lief (Schrittdifferenz bis 2.000 Schritte in den 90 Minuten), lag der berechnete Kalorienverbrauch fast 100 Kcal geringer als im Regelfall.


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Die Fitbit Charge HR gilt als zuverlässiger Schrittzähler und Fitnesstracker und ist bestens für den Einstieg geeignet.

Lebensdauer der Fitbit Charge HR

Über die Lebensdauer eines Fitnesstrackers, der erst seit 2014 erhältlich ist, zu reden mag vielleicht etwas komisch klingen, ist aber durchaus berechtigt. Ich erstand meine erste Fitbit Charge HR* kurz nach der Markeinführung und und im Laufe der Zeit besaß ich 3 Exemplare der Charge HR*. Ja, 3 Exemplare in 3 Jahren.

Zunächst zum Bildschirm selbst – über dem Display sitzt eine Scheibe aus Kunststoff. Ohne Schutzfolie waren hier bereits nach kurzer Zeit kleine Kratzer zu sehen. Bei grober Einwirkung konnten diese auch gut einen halben Millimeter tief sein. Die tat der Ablesbarkeit und Funktionalität aber keinen Abbruch. Aufgrund der einfachen Strukturierung des Displays war dieser immer gut zu erkennen.

Das eigentliche Problem war die Einbettung des Bildschirms in das Armband des Fitnesstrackers. Ohne bemerkenswerte Beschädigung der Gummihülle tart bei mir in allen drei Fällen der gleiche Fehler an der Charge HR* auf – es bildete sich zunächst eine kleine Blase in der Nähe des Displays, die dann immer größer wurde und schließlich den Display erreichte. Die Funktion war dadurch keineswegs eingeschränkt, die Charge HR* funktionierte wie am ersten Tag, aber es sah natürlich nicht besonders schön aus. In allen 3 Fällen war Fitbit sehr kulant und nach ein paar kurzen Emails mit dem Support war die Sache erledigt, ich bekam ein Ersatzgerät. Hier ein großes Lob an Fitbit!


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Ein häufig auftretender Fehler bei der Fitbit Charge HR waren Schäden auf dem Display oder der Gummihülle. Anfänglich kleinere Blasen unter der Gummhülle der Charge HR breiteten sich oft bis zum Display aus. Die Funktion wurde dadurch nicht beeinträchtigt aber das schicke Aussehen dafür umso mehr.

Zwischenfazit Fitbit Charge HR

Zusammenfassend empfand ich die Fitbit Charge HR* als einen sehr guten Schrittzähler, der beispielsweise durch die erklommenen Stockwerke zu mehr Bewegung im Alltag motiviert. Der integrierte Herzfrequenzsensor allerdings liefert meiner Erfahrung nach ausreichend genaue Ergebnisse. Das wissen über die Höhe des Ruhepulses hilf außerdem dabei, seinen eigenen Gesundheitszustand grob einschätzen zu können. Die berechneten Kalorienverbräuche sind aber vermutlich nicht mehr, als ein grober Richtwert und sollten deshalb nicht zu ernst genommen werden. Vor allem die gezählten Schritte während eines Tages oder innerhalb einer Trainingseinheit können, meiner Erfahrung nach, die berechneten Kalorienverbräuche massiv beeinflussen.

So viel also zur Charge HR* von Fitbit. Da ich gemerkt habe, dass ich doch ganz schön viel zu der Charge HR* und der Vivoactive 3 sagen kann, habe ich mich entschieden den Beitrag in zwei Teile zu gliedern. In dem zweiten Teil sehen wir uns genauso detailliert an, was die Garmin Vivoactive 3 im Krafttraining und bei anderen Sportarten kann und am Ende lest ihr noch mein Fazit zu dem Vergleich. Außerdem gebe ich euch meinen Eindruck  mit, für wen von euch die Charge HR* oder die Vivoactive 3 besser geeignet sein könnte.

Teilt mir doch gern eure Erfahrungen mit der Fitbit Charge HR* mit. Habt ihr auch Abweichungen in einzelnen Disziplinen oder durch bestimmte Einflüsse festgestellt? Lasst es mich in den Kommentaren oder per Mail wissen.

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