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Glukoseintoleranz als weltweites Problem

Glukose ist das häufigste Monosaccharid (=Einfachzucker), gehört damit zu den Kohlenhydraten und ist einer der wichtigsten Energielieferanten für den menschlichen Körper. Ein eingeschränkter Glukosestoffwechsel äußert sich durch einen verringerten Nüchternglukose-Spiegel und  Typ-2-Diabetes und zählt damit zu einem der weltweit größten Gesundheitsproblemen (ADA, 2013). Laut der Internationale Diabetes Federation haben weltweit insgesamt ca. 415 Millionen Menschen Typ-2-Diabetes, von denen mindestens 318 Millionen Erwachsene unter einer verringerten Glukosetolerenz leiden (IDF, 2015). Genetische Faktoren und Umwelteinflüsse können den Glukosestoffwechsel stören. Darüber hinaus wird körperliche Inaktivität vielfach mit einem gestörten Glukosestoffwechsel in Verbindung gebracht – insbesondere bei Erwachsenen.

Körperliche Inaktivität als Ursache für Glukoseintoleranz?

Unabhängig vom Insulinspiegel steigert körperliche Aktivität die Aufnahme von Glukose und verbessert möglicherweise die Insulinsensitivität. Außerdem kann durch die Erhöhung der oxidativen Aktivität der Muskeln die Glukosehomöostase verbessert werden (Gill & Malkova, 2006). Kallio et al. (2018) untersuchten, ob und wie sich körperliche Inaktivität bei Jugendlichen auf einen gestörten Glukosestoffwechsel im Erwachsenalter auswirkt. Die Daten stammten aus den Jahren 1980 und 2011 und werden in einer noch laufenden Studie („Kardiovaskuläres Risiko in jungen Finnen“) weiter ausgewertet. Das Basisalter der 3.596 Teilnehmer betrug 3-18 Jahre. Ein beeinträchtigter Glukosestoffwechsel im Erwachsenenalter wurde als verringerter Nüchternglukosespiegel (6,1-6,9 mmol/L) oder Typ-2-Diabetes definiert. Gewohnheiten zur körperlichen Aktivität in der Freizeit wurden wiederholt mit einem standardisierten Fragebogen erhoben und als Aktivitäts-Index (PA-Index) ausgedrückt. Unter Verwendung des PA-Index wurden vier Gruppen gebildet  (n = 2000). Die 1. Gruppe hatte einen anhaltend niedrigen PA-Index, war also wenig aktiv. Gruppe 2 war abnehmend aktiv und die 3. Gruppe  zunehmend aktiv. Teilnehmer in der 4. Gruppe waren anhaltend aktive Teilnehmer. Um die Verbindung zwischen den einzelnen PA-Gruppen und einem gestörten Glukosestoffwechsel zu untersuchen, wurde das Poisson-Regressionsmodell verwendet.

Einen gestörten Glukosestoffwechsel wiesen  etwa 16,1% aller Teilnehmer auf.  Von den Teilnehmer waren 14,5% rückläufig aktiv (2. Gruppe), 6,8% zunehmend aktiv (3. Gruppe) und 11,1% anhaltend aktiv (4. Gruppe). Im Vergleich zu Personen mit einem anhaltend niedrigen PA-Index (1. Gruppe), zeigten Teilnehmer mit einer zunehmender Aktivität (3. Gruppe) und anhaltend aktive Teilnehmer (4. Gruppe) ein geringeres alters- und geschlechtsspezifisches Risiko für einen gestörten Glukosestoffwechsel. Die 2. Gruppe (geringere Aktivität) zeigte ein ähnlich hohes Risiko wie anhaltend inaktive Teilnehmer.


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Einer der wichtigsten Grundsteine für eine anhaltend gute Gesundheit im Alter ist die körperliche Aktivität als Jugendlicher. Das Risiko an einer der heutigen „Zivilisationskrankheiten“ wie Typ-2-Diabetes zu erkranken, kann durch frühzeitige und anhaltende Bewegung als Jugendlicher verringert werden.

Körperliche Inaktivität kann den Glukosestoffwechsel stören!

Kallio et al. (2018) kamen zu dem Schluss, dass ein anhaltend inaktiver Lebensstil, von der Jugend bis zum Erwachsenenalter, mit einem erhöhten Risiko für einen gestörten Glukosestoffwechsel im Erwachsenenalter verbunden ist. Eine moderate Steigerung der körperlichen Aktivität senkte das Risiko. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass  körperliche inaktive Lebensweisen in allen Lebensphasen vermieden werden sollte.

In diesem Sinne, ran an die Gewichte, raus in die Natur – egal, aber bewegt euch.

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Literatur
ADA (2013) American Diabetes Association. Diagnosis and classification of diabetes mellitus. Diabetes Care 36 (1, Suppl), 67-74.

Gill, J.M., Malkova, D. (2006) Physical activity, fitness and cardiovascular disease risk in adults: interactions with insulin resistance and obesity. Clin. Sci. 110(4), 409–425.

IDF (2015) International Diabetes Federation. Diabetes Atlas. 7. Aufl., 140 S.

Kallio, P., Pahkala, K., Heinonen, O.J., Tammelin, T., Hirvensalo, M., Telama, R., Juonala, M., Magnussen, C.G., Rovio, S., Helajärvi, H., Hutri-Kähönen, N., Viikari, J., Raitakari, O.T. (2018) Physical Inactivity from Youth to Adulthood and Risk of Impaired Glukose Metabolism. Med. Sci. Sports Exerc. 50(6), 1192-1198. doi: 10.1249/MSS.0000000000001555.

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